Die Datsche als traditionelle, ostdeutsche Wohlfühloase

 

Was bedeutet der Begriff "Datsche" oder "Datscha"?

DatscheDer Begriff der Datsche bzw. Datscha ist noch heute bei vielen, zumeist aus den neuen Bundesländern stammenden Bundesbürgern gebräuchlich. Heutzutage bezeichnet man damit in der Umgangssprache verschiedenste Grundstücke, die man neben dem eigentlichen Wohnsitz besitzt. Es umfasst großangelegte Wochenendhäuser oder Sommerresidenzen genauso wie einfache Ferienhäuschen, die in sorgfältig hergerichteten Kleingarten-Parzellen erbaut wurden.

 

Die Datscha in Russland

russische DatschaUrsprünglich bezeichnete man Wochenend- und Sommerhäuser im osteuropäischen Raum als Datschen. Die ersten Datschen wurden durch Zar Peter I. im Russland des 18. Jahrhunderts erbaut.

Etymologisch stammt das Wort vom russischen "datscha" ab, was man mit "geben" übersetzen kann. Dies beruht darauf, dass Peter I. idyllisch gelegene Haus- und Hofanlagen an begünstigte Adelsfamilien verschenkte. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die strengen Verordnungen in der ehemaligen Sowjetunion gemildert. Dadurch wurde jedem ermöglicht, eine gemütliche Datsche käuflich zu erwerben.

 

Die Datsche in der DDR

Datsche in der DDRVor allem DDR-Bürger, für die die Sowjetunion häufig Vorbildcharakter hatte, übernahmen das Modell der Datschen. Abseits ihres Arbeits- und Wohnortes war solch eine Anschaffung eine Möglichkeit sich ein schönes Zuhause zu schaffen, wo man die Zeit "im Grünen" zur Entspannung nutzen konnte. Innerhalb der Städte waren Mietwohnungen in Plattenbauten vorherrschend. Diese waren zwar für die damalige Zeit gut ausgestattet, unter anderem durch fließendes Wasser und Fernheizungsanlagen, aber sie ließen jedoch kaum Raum sich selbst zu verwirklichen und sich nach eigenem Geschmack einzurichten. Die Datsche demgegenüber verkörperte ein Stück Freiheit und individuelle Selbstbestimmung.

 

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